Über das Bockbier – Herkunft und Geschichte: Ein Gespräch mit Martin Deutsch

Bockbier ist beliebt wie nie und vor allem im Winter und Frühling ein echter Verkaufsschlager. Die Brauerei Einbecker steht für Bockbier seit 1378 und setzt seit über 20 Jahren auf die Partyfässer von HUBER. Wir haben mit Martin Deutsch, dem Vorstand der Einbecker Brauerei, über Maibock, Partyfässer und die spannende Geschichte des Bockbiers gesprochen.

Es ist dunkel, süffig, malzig und ganz schön stark – Bockbier ist nicht nur in Süddeutschland sehr beliebt. Außerdem ist es älter als das Reinheitsgebot und Liebhaber schwören drauf. Gerade im Winter und Frühjahr versüsst Bockbier die kalten Monate und lässt traditionsgemäß auch die Fastenzeit erträglich werden. Doch nur die wenigsten wissen um die Bockbier Herkunft und Geschichte. Wer die Liebe der Bayern zum Bockbier kennt, wird verwundert sein, dass die eigentlichen Ursprünge dieses süffigen Hopfensaftes im Norden, in der Stadt Einbeck, liegen. Wie es von dort nach München kam und warum der Name nichts mit einem Ziegenbock zu tun hat, wollen wir in diesem Artikel erklären. Auch, wieso die Einbecker Brauerei ihr legendäres Mai-Ur-Bock seit über zwanzig Jahren auch in einem 5 Liter Fass anbietet. Gemeinsam mit Martin Deutsch, Vorstand der Einbecker Brauerei und seit über dreißig Jahren bester Kenner der deutschen und internationalen Brauszene, sprechen wir über Bockbier.

Bockbier Herkunft und Geschichte – ein Exportschlager aus Norddeutschland

Lieber Herr Deutsch, Sie sind als gebürtiger Bayer und nach dreißig Jahren in der bayerischen Brauindustrie vor fünf Jahren als Vorstand an die Einbecker Brauerei berufen worden. Was hat sie an diesem Unternehmen gereizt?

Martin Deutsch: Für mich ist es eine große Herausforderung, die Geschicke einer der zehn ältesten Brauereien Deutschlands lenken zu dürfen. Die älteste erhaltene Rechnung unseres Brauhauses datiert ins Jahr 1378. So lange geht die Geschichte dieses Unternehmens also zurück. Zudem haben wir hier im Norden das Bockbier erfunden. Wussten Sie das?

Nein, wieso? Wir dachten immer, das wurde in Bayern entwickelt?

Martin Deutsch: Von wegen! Vor über 400 Jahren hatte die Stadt Einbeck so viele Brauer und ein so beliebtes Bier, dass sie dieses über ganz Deutschland bis nach Bayern und darüber hinaus ausliefern konnte. Einbecker Biertrecks zogen im 14. und 15. Jahrhundert in Richtung Bremen, Hamburg, Lübeck, Landshut, München, Danzig, Königsberg, Riga, Dänemark und Amsterdam. Damit der leckere Gerstensaft die langen Transportwege gut überstehen konnte und nicht verdarb, hat man ihn stärker eingebraut – quasi als Konservierung.

Warum der Name Bockbier nichts mit einem Ziegenbock zu tun hat

Bier aus Einbeck in Die Welt im 14. JahrhundertMartin Deutsch: So kam dieses Bier, heute Bockbier genannt, auch nach München. Dort schmeckte es so gut, dass man später sogar für das heute berühmte Hofbräuhaus den Einbecker Braumeister Elias Pichler abwarb. Jetzt konnte direkt in München das original „Ainpöckische Bier“ gebraut werden. Durch Verballhornung des Namens von „Einpöckisch“ über „Oanpock“ entstand schnell der Name des berühmten Bockbieres. Somit ist die Stadt Einbeck Namensgeber des Bockbieres. Daher auch der Satz: „Ohne Einbeck gäb’s kein Bockbier“. Das ist eine tolle Tradition, auf die wir hier sehr stolz sind.

Wussten Sie, dass sogar Martin Luther unser Bier sehr zu schätzen wusste? Vor ziemlich genau 500 Jahren, im April 1521, fand der Reichstag zu Worms statt. Martin Luther erhielt dort von Herzog Erich von Braunschweig einen Krug Einbecker Bier und lobte es mit den Worten: „Der beste Trank, den einer kennt, der wird Ainpöckisch Bier genennt“.

Bockbier – Varianten sind in ganzen Deutschland beliebt

Das ist wirklich eine tolle Geschichte und eine lange Historie! Ist denn das Bockbier noch immer ein Kern Ihres Produktsortiments?

Martin Deutsch: Aber natürlich! Wir machen fünf verschiedene Bockbiere. Drei davon werden ganzjährig produziert, zwei sind saisonal, unser Winterbock und der Mai-Ur-Bock. Als große Brauerei haben wir aber natürlich auch alle anderen Biersorten wie Pils, Kellerbier, Dunkles und auch alkoholfreies Bier im Sortiment. Auf unser Bockbier sind wir aber ganz besonders stolz, haben wir doch die Bockbier- Herkunft und -Geschichte von Einbeck aus wesentlich mit geschrieben und beeinflusst.

Unser Mai-Ur-Bock ist das ultimative Bockbier für Frühlingsgefühle! Als wären es die ersten wärmenden Sonnenstrahlen schimmert es orange-golden im Glas, getoppt von feinem cremigem Schaum. Fruchtig-frischer Duft kitzelt mit einer leichten Traubenmost-Note die Nase. Erst dann entsteht im Mund die moderate Hopfenbittere, die den Alkohol wunderbar ausgleicht und auf süßliche Malznoten trifft. Süffig und vollmundig entfaltet der Mai-Ur-Bock mit dezent zurückhaltender Kohlensäure seinen kräftigen Geschmack mit einem längeren ausgewogenen Abgang.

Der Mai-Ur-Bock – Bockbier Herkunft und Geschichte des Frühlingsbiers

Maibock läutet den Frühling ein

Ist der Mai-Ur-Bock Ihr erfolgreichstes Bockbier?

Es ist auf jeden Fall unser absatzstärkstes Bockbier. Die Saison dafür dauert von Januar bis April. Es beendet quasi den Winter und läutet den Frühling ein. Deshalb bieten wir unseren Mai-Ur-Bock auch schon seit 1998 im 5 Liter Fass an. Gerade im Februar und im März verlassen hiervon große Mengen unser Haus. Ein Bockbier in der Partydose zu verkaufen ist eher ungewöhnlich. Normalerweise füllen die Brauereien eher ihr Pils oder Helles im MiniKEG ab. Das Mai-Ur-Bock ist aber so erfolgreich, dass es das größere Gebinde bestens verträgt und so auch in den eigenen vier Wänden echten Bockbier-Genuss garantiert.

Das 5 Liter PartyKEG – eine erfolgreiche Kooperation

Wenn Sie schon über zwanzig Jahre Ihr Bockbier in HUBER Partyfässern anbieten, scheinen Sie mit Ihrem Zulieferer sehr zufrieden zu sein, oder?

Partyfässer im Getränkemarkt

Martin Deutsch: In der Tat! 1998 brachte HUBER das Partyfass mit integriertem Zapfhahn auf den Markt – eine echte Innovation! Seit dieser Zeit füllt Einbecker in HUBER Fässer ab. Wir lieben die Partydosen, denn man hat einfach eine herrlich große Werbefläche zur Verfügung. Partyfass von HUBER PackagingDas nutzen wir für unser eigenes Branding, aber auch für Kunden. Unser Bier geht durchaus sehr erfolgreich auch als Werbemittel an große Unternehmen der Region. Auf dem Partyfass können wir so unsere eigene Marke und die des Kunden grafisch bequem unterbringen. Das sieht toll aus. Auch im Getränke-Fachhandel oder LEH haben unsere Fässchen eine großartige Displaywirkung.

Werbewirkung, Flexibilität und Service

Was schätzen Sie am meisten an Ihrem Partner HUBER Packaging?

Martin Deutsch: Das sind vor allem zwei Dinge: die hohe Flexibilität von HUBER und die Serviceleistung. Ersteres ist deshalb so wichtig, weil jeder Kunde, so auch wir, unterschiedliche Anforderungen und Wünsche hat. Der Vertrieb bei HUBER hat immer ein offenes Ohr dafür und versucht flexibel darauf einzugehen. Das ist alles andere als selbstverständlich für ein so großes Unternehmen wie HUBER.

Außerdem bietet man uns neben den Fässern selbst auch Design und Gestaltung sowie Druck an. Das Basis-Layout der Bedruckung liefern natürlich wir. Allerdings hat HUBER hervorragende Möglichkeiten mittels Computerprogrammen den Druck auf der gewölbten Dose zu simulieren. Diesen Gestaltungs-Support nutzen wir sehr gerne, denn er erleichtert uns dann die Freigabe-Prozesse.

Wir sind seit 1998 überaus zufrieden mit unserem Partner HUBER Packaging und wir hoffen, noch viele schöne MiniKEGs mit unseren guten Bieren am Markt platzieren zu können.

Lieber Herr Deutsch, wir danken Ihnen für dieses Gespräch!